20200509

Nachdem der Zoo zu Leipzig seine Tore wieder geöffnet hat kennen wir kein Halten und fahren da hin. ICE 1601 macht den Job gut und bringt uns gut und sicher nach Leipzig.

Dort angekommen stellen wir fest, die Rosterbuden im Bahnhof haben noch nicht geöffnet, also leicht enttäuscht zum Zoo – wo wir gleich rechts nach dem Eingang eine geöffnete Rosterbude antreffen, und sogar Faßbier gibt es. Also gleich mal eine Rast zur Stärkung einlegen :)

Die meisten Tierhäuser bleiben geschlossen, dafür sind Wege geöffnet, die sonst als Wirtschaftswege für den Besucher nicht zugänglich sind. So können wir also trotz der Einschränkungen viele Tiere besuchen!

Das Aquarium ist ohnehin gerade erst nach Abriß im Neuaufbau begriffen, und Terrarientiere sehen wir leider auch nur als Wandrelief. Dafür präsentieren sich einige gefiederte Kollegen, wie dieser Braunsichler, und hier noch ein besonders eitler Poser. Eine kuriose Ente zeigt noch kurz ihren schlumpfblauen Schnabel, um dann gleich wieder unterzutauchen. Ach ja, und diese riesigen Viecher sind ja auch noch Vögel.

Katzen treffen wir mit Streifen, Flecken und Punkten an, nur bei den Löwen schauen wir nicht rein, die Warteschlange ist uns einfach zu lang. Giraffen gibt es in normaler und Wald-Variante, wobei diese waldbewohnenden Okapis mit ihren seltsamen Strümpfen schon die ungewöhnlicheren Tiere sind.

Das Hüpftier ist zu faul, da hüpft gerade gar nix! Dafür streift der kleine Schopfhirsch mit seinen ungewöhnlichen Hauern durchs Gehölz und macht es damit schwierig, an ein vernünftiges Photo zu gelangen. Die Wasserschweine und Pampashasen sind diesbezüglich deutlich entspannter. Das Nashorn steht auch eher versteckt, und die Antilopen erfreuen sich über den in der Betriebspause aufgefrischten Rasen.

Auch heimische Tiere sind anwesend, Schafe, und Bienen in einem äußerst putzig anzusehenden Garten.

Trotz der reduzierten Zugänglichkeit war das ein sehr schöner Besuch, das Wetter war herrlich, und die andere Wegeführung machte den Aufenthalt besonders interessant. Die Tiere schienen die Rückkehr der Menschen zu akzeptieren, business as usual.

Für die Heimfahrt ist ICE 602 auserkoren, der wegen eines Polizeieinsatzes verspätet angesagt wird, die Verspätung eskaliert, und letztlich auf behördliche Anordnung (weswegen auch immer) komplett entfällt. Die Aufenthaltsqualität am Bahnhof ist leider noch stark reduziert, aber es hilft nix, wir müssen eine Stunde warten auf die nächste Verbindung, die uns mit Umstieg in Erfurt mit den ICEs 709 und 693 letztlich heimbringt.

20200503

Nachdem wir in und um und um Fürth herum mittlerweile jeden Baum und jeden Strauch mit Namen kennen müssen wir mal wieder bissl raus. Auf dem Plan steht die Tour schon länger, das Wetter paßt auch, also wollen wir die Schiefe Ebene erwandern. Dabei handelt es sich um eine Bahnstrecke, genauer, um die Steilstrecke zwischen Neuenmark-Wirsberg und Marktschorgast, welche Mitte des 19. Jahrhunderts ingenieurstechnisch eine Meisterleistung darstellte und auch die erste solche Strecke in ganz Europa und damit wegweisend war.

Aufgrund der nicht genau planbaren Heimfahrt und der besseren Bedienung des Halts Neuenmarkt-Wirsberg zäumen wir das Pferd von hinten auf und fahren mit Umstieg in Bamberg nach Marktschorgast. Vom dortigen Bahnhof beginnen wir die Wanderung, die uns nun die kommenden Stunden entlang des Kulturdenkmals Schiefe Ebene führen wird. Gleich zu Beginn wird interessanterweise auch die Kommunikationstechnik mit einer Tafel gewürdigt.

Sehr aufwendig ist die Bauweise auf einem massiven Damm, die nötig wurde, um diverse Landschafts-Einschnitte zu überbrücken. Solch ein künstliches Hindernis in der freien Natur erfordert natürlich viele Durchlässe, um bestehende Wege nicht abzuschneiden und auch dem Wasser nicht im Wege zu stehen. Diese Bauwerke wurden aus extrem dauerhaftem Stein äußerst präzise errichtet und sind nach über 150 Jahren immer noch im Originalzustand erhalten – und dieser Zustand ist exzellent gut. Selbst der gußeiserne Portalbogen hier hat in all den Jahren kaum Rost angesetzt!

Oftmals sind die Wege nur bessere Trampelpfade, was natürlich Zeit kostet, uns jedoch mitten durch wenig berührte Natur führt und dazu schöne Einblicke bietet. Auch Zauneidechsen mögen das offenbar! Ebenso führen diese Pfade immer wieder zu Aussichtspunkten, wie hier mit Blick auf eine elegante S-Kurve.

An einem Einschnitt im Fels kommen wir einem Relikt aus dem kalten Krieg der 1980er-Jahre ganz nahe. Diese Fallkörper konnten im Fußteil mit in einem Erddepot vor Ort gelagertem Sprengstoff bestückt werden, um im Falle anrückender gegnerischer Truppen diesen die Bahnstrecke zu versperren. Für den Unterhalt solcher Bauwerke waren übrigens die Wallmeistereien der Bundeswehr zuständig, welche immer ganz unmilitärisch in zivil daherkamen und mit ihren VW-Bussen wirkten wie Personal der Vermessungsämter oder Autobahnmeistereien.

Gleich oberhalb dieser Installation findet sich ein schöner Ort für eine kleine Vesper-Pause. Dort sind auch die optischen Telegraphen im Nachbau vorhanden, durch den Besucher bedienbar und an einer Tafel erklärt. Und wohl nur hier gibt es mitten im Nirgendwo einen Fahrplanaushang. Der Zug war übrigens pünktlich und wurde nicht von der Sperre aufgehalten.

Im weiteren Verlauf wird nun die Gegend immer weniger spektakulär. Die Ebene wird immer weniger schief, die Durchlässe immer kleiner. Wir sehen noch einige schöne Bahnwärterhäuschen, die mittlerweile privat genutzt werden, lernen etwas zu den Brandschutzmaßnahmen, als Lokomotiven noch wie feuerspeiende Drachen zu behandeln waren, und es gibt eine kleine Demonstrations-Station zu Schienenprofilen und Oberbauarten. Ein kleiner Zufallstreffer abseits des Fahrplanes ist dieses Arbeitsfahrzeug vor grandioser Kulisse.

Das Ende der Tour führt uns durch Wohngebiete in Neuenmarkt-Wirsberg, darunter auch eine alte Eisenbahnersiedlung. Im Umfeld des Bahnhofes gibt es noch einige Infotafeln mit interessanten Details. So schließt das Flügelrad als Symbol der Eisenbahn unsere Wanderung ab, und die Heimfahrt mit Umstieg in Lichtenfels funktioniert problemlos.

20200424

Derzeit ist unsere tägliche Pendelstrecke immer wieder für eine Überraschung gut. So steht da heute die V60 114 der DFS am Gleis, wo an sich unser Agilis-Bähnle ankommen soll. Und sie wirft auch noch mit sonorem Sound den Diesel an. Was zum Geier wird das?

Unser Bähnle kommt dennoch an – und dockt an die über 60 Jahre alte Lok an! So juckeln wir also los und fahren so ganz regulär bis Forchheim. Das Fahrgefühl ist merklich anders und unruhiger, ebenso der Blick hinten zum Führerstand raus sehr ungewohnt. Ein Genuß, wie die Blicke der Leute an den Bahnsteigen und in den vorbeifahrenden Autos an diesem ungewöhnlichen Gespann hängenbleiben!

In Forchheim angekommen kuppelt die V60 gleich wieder ab und zieht dann später sicherlich alleine ihres Weges.

20200323

Heute soll trotz Virus-Notfahrplans unser Bähnle wie üblich ab Forchheim fahren. Auch steht eins da – aber es bleibt zu, der Lokführer macht Pause, und wir stehen so eine Dreiviertelstunde in der Kälte. Keine Info, weder online noch am Gleis, und ans Telephon geht bei Agilis auch keiner. Dann kommt ein anderes Bähnle daher, angesagt als “Ankunft / nicht einsteigen”, fährt sportlich bis zum Signal vor, Zugzielanzeiger Ebermannstadt – nix wie rein, endich aufwärmen, und so geht es doch noch weiter. Der Tf entschuldigte sich bei uns vielfach für das Chaos, er verstand die Probleme auch nicht, die die Dispo da heute hatte.

Liebes Agilis-Management, wie wäre es eigentlich, den Bayerischen Eisenbahnpreis in aller Demut zurückzugeben, wegen erwiesener Nichterfüllung des durch den Preis implizierten Anspruchs? Jetzt wäre ein guter Moment für so eine Geste.

20200315

ICE 625 soll uns heute aus Essen heimbringen. Umgekehrt gereiht, pünktlich, und fast leer. So kann bei heiterem Wetter die Heimfahrt beginnen.

Auch diese Fuhre läßt, wie schon auf der Hinfahrt, Frankfurt Hbf aus und fährt stattdessen über Süd.

Die Fahrt ist ruhig, wenige Reisende, und so kommen wir pünktlich in Nürnberg an und haben auch gleich Anschluß nach Fürth.

20200314

Vor wir mit ICE 724 nach Essen durchstarten, noch ein Blick auf den Gleismeßzug, gezogen von Else.

Mit ein wenig Trödelei fahren wir so dahin, aber weit kommen wir nicht – in Markt Bibart bleiben wir stehen, weil vor uns ein defekter Zug die Strecke blockiert. Wann es weitergeht weiß keiner, auch wurden für die Suchtkranken die Türen freigegeben.

Ca. 40 Minuten hat uns die Nummer gekostet, mal sehen, wie es nun weiter läuft, ob wir bissl was wieder reinholen.

Ansonsten geht es flüssig weiter, Frankfurt Hbf lassen wir heute aus, aber das scheint was Planmäßiges zu sein, sicher wegen Bauarbeiten. So kommen wir in Essen dann mit knapp +30 an, nach einer ruhigen Fahrt in einem fast leeren Zug. Bier gibt es auch, zum Glück nicht von dieser mexikanischen Marke, so kann nix mehr schiefgehen.

Ein gewisses hier nicht zu nennendes Virus mit diesem Bier-Namen hat dafür gesorgt, daß der eigentliche Grund unserer Reise, eine Orgelführung in der Philharmonie Essen, entfällt, aber das Hotelzimmer war bereits gebucht und bezahlt, so haben wir die Reise dennoch unternommen und machen uns eben einen netten Tag in Essen.

Gepäck ins Hotel, und gleich zieht es uns raus zum Gruga-Park. Der Frühling ist da, in allen Farben, grün, gelb, orange-gelb, rosa, rot, orange, blau und flauschig.

Danach spazieren wir durch die Margarethenhöhe und genießen dieses über hundert Jahre alte städtebauliche Meisterwerk, welches auch heute noch beeindruckt und überzeugt.

Noch ein paar Einkäufe in der Innenstadt, so fahren wir dann wieder zu unserem Hotel, wo wir in der Bar noch etwas essen und trinken und so den Abend beschließen.

20200308

Heute schreiten wir zum eigentlichen Hauptgrund der Reise, einem Orgelkonzert in der Elbphilharmonie. László Fassang bespielt die Orgel. Dazu hat er Werke von Tschaikowsky, Wagner und Liszt für Orgel transkribiert und überspannt damit den Themenkreis “Tragische Liebespaare”.

Vor es losgeht genießen wir noch ein wenig den Ausblick von da oben, und dann nix wie rein in den Saal. Der eher bescheiden wirkende Orgelprospekt (im Bild rechts oben) täuscht etwas darüber hinweg, daß sich hinter den Verkleidungen eine klanggewaltige Orgel verbirgt. László Fassang bringt damit den Saal zum Erbeben, offenbar hat er auch eine Vorliebe fürs Pedal, und die Orgel wirkt im tiefsten Bereich hervorragend dafür aufgestellt. So genießen wir bis zur Pause diese schön bearbeiteten Klassiker, um dann nach der Pause Improvisationen zu erleben, die der Organist nach Besucherwünschen aus klassischen Stücken und aktueller Film/Populärmusik geschaffen hat. Der Bolero ist da unser Favorit, und “Smoke On The Water” als Zugabe ist auch mal eine spannende Umsetzung für eine Konzertorgel.

Noch ein kleiner Spaziergang über die Landungsbrücken, mit der U3 zum Hauptbahnhof, und nach einem Lounge-Besuch nehmen wir ICE 603 in die Heimat. Fast pünktlich kommt der ICE “Freistaat Sachsen” in Hamburg los. Gut und entspannt kommen wir daheim wieder an, und weil die Welt klein und verrückt ist gibt es zwar im Bordrestaurant nix Gescheites zu essen, jedoch treffen wir überraschend Torsten Ratke aus Finsterwalde und haben so eine angeregte Unterhaltung bis Nürnberg.

20200307

Aus Plauen geht es heut weiter nach Hamburg. Für die erste Etappe bis Zwickau nehmen wir einen 650er der Vogtlandbahn. Ist fast wie wochentags zur Arbeit, nur mit besseren Sitzen, Steckdosen und WLAN.

Die Reiseauskunft würde uns eigentlich in Werdau in die S-Bahn nach Leipzig umsteigen lassen, aber 40 Minuten in der Kälte an diesem unwirtlichen Bahnhof, wo man die gleiche S-Bahn in Zwickau auch erreicht, mit bequemen 15 Minuten – und sie steht schon bereit. So machen wir das auch. Beim Umstieg sehen wir, die Reichsbahn lebt noch.

Schön und gut, das hat geklappt – dafür hat unser Anschlußzug in Leipzig +120, wegen Bahnsuizids in Bayern :( Also mal sehen, wie es da nun weitergeht…

Sicherheitshalber haben wir von unterwegs spontan für einen anderen Zug mit Umstieg in Berlin Sitzplätze gebucht, da zu befürchten ist, der wird nun ziemlich voll werden. Mit der Verbindung hätten wir dann eine Stunde Verspätung in Hamburg, das wäre noch erträglich.

So machen wir das nach einer Lounge-Pause in Leipzig letztlich auch, in ICE 694 setzen wir uns in die Kneipe zum Mittagessen, und gut gestärkt steigen wir in Berlin um in ICE 802, der uns vollends nach Hamburg bringen soll.

Das klappt nun alles bestens, wir kommen pünktlich an und beziehen erst mal die Unterkunft. Dann ziehen wir noch ein wenig um die Häuser :) Vorbei an der Alster spazieren wir bei herrlichstem Wetter zum Rathaus, wo wir uns den prächtigen Innenhof ansehen. Weiter dann in der Stadt, wo wir lustigerweise ein Münchner Hofbräuhaus entdecken, in welches wir gleich mal auf ein Bierchen einfallen. Mittlerweile ist der Mond schon deutlich zu sehen, und wir streifen ein wenig durch die Speicherstadt bis hin zur Elbphilharmonie. Das wird morgen nochmals unser Ziel werden.

Zurück durch St. Georg entdecken wir am Hansaplatz eine kleine Pizzeria, wo wir gut und günstig essen. Das Hotel ist von da nicht mehr weit.

20200306

Wie letzte Woche, Ebermannstadt, Forchheim, Bamberg, Hof, Plauen.

In Bamberg kamen wir pünktlich weg, hoffentlich klappt es in Hof dieses Mal ohne Zitterpartie wie vor einer Woche.

Pünktlich kommen wir in Hof an, so ist der Umstieg ganz entspannt möglich, für den letzten Ritt. Der Zug ist fast leer, und auch in Plauen ist die Ankunft auf die Minute.

20200228

Heute fahren wir aus Ebermannstadt nach Plauen, mal über die Stationen Forchheim, Bamberg und Hof.

Kaffeepause in Bamberg, und der RE nach Hof ist nicht so übervoll wie sonst der aus Nürnberg. So kommen wir entspannt voran.

Leider trödelt vor uns ein Zug herum, dadurch wird nun der nicht so großzügige Anschluß in Hof spannend.

Ein wenig machen wir gut, und dank einer Gleisänderung können wir doch bahnsteiggleich umsteigen, so funktioniert der Umstieg in den RE gen Plauen noch. Man muß auch mal Schwein haben!

Das letzte Stück der Reise funktioniert nun problemlos, pünktlich landen wir an.

20200222

Heute unternehmen wir einen kleinen Ausflug nach Bamberg, mit einem roten Zug, gut gefüllt und damit eher unbequem, wie meistens. Primär zieht es uns vorbei am Dom zum Kloster Michaelsberg, weil es dort Gargoyles geben soll. Was wir nicht wußten – das ganze Ding ist eine große Baustelle, eingerüstet und verhüllt, bis auf zwei Gargoyles nix zu fangen. Aber nett einkehren kann man da oben dennoch.

Auf dem Rückweg durch die Stadt erledigen wir noch ein paar Einkäufe, da Bamberg einfach mit unzähligen kleinen putzigen Krimskramsläden punkten kann. Und ein Einhorn gibt es auch!

Zurück erreichen wir zum Glück den ICE 509, auf eine Bierlänge im Restaurant fährt es sich doch besser als in den unbequem engen Sitzen der BR 442.

Beim Umstieg in Nürnberg noch ein Blick auf diesen extrem schäbigen Wagen des RE nach Stuttgart. Daß sowas noch rumfährt?! :( Na, jedenfalls kommen wir gut und pünktlich wieder heim.

20200216

ICE 507 ist heute für den Heimweg auserkoren. Umgekehrte Wagenreihung, keine Reservierungsanzeigen und damit etwas Chaos beim Einstieg, aber es geht fast pünktlich los.

Bis Erlangen funktioniert alles bestens, wir steigen aus und warten auf die S-Bahn nach Fürth. Doch der ICE fährt nicht mehr los, unsere S-Bahn fährt zwar ein, doch los kommt sie auch nicht mehr – Personen im Gleis :(

Offenbar alles halb so schlimm, nach nur wenigen Minuten dürfen beide Züge wieder los. So kommen wir letztlich wieder gut daheim an.

20200215

Auch heute lassen wir den Tag entspannt beginnen, wie vor einer Woche. Einige Erledigungen, eine mittägliche Einkehr, und dann fahren wir mit der S-Bahn zum Nordfriedhof raus. Einige schöne Grabmale, aber leider keinerlei Fang für Manus Website, so fahren wir unverrichteter Dinge mit einer Straßenbahn wieder in die Stadt, wo wir noch einen auch zufällig in Leipzig weilenden Freund in der DB Lounge treffen, vor dieser seine Heimreise antritt.

Ebenfalls im Bahnhof ist eine kleine Ausstellung mit Bildern und Zeitdokumenten dreier reisender Musiker zu sehen. Edvard Grieg, Mikalojus Konstantinas Ciurlionis und Clara Schumann berichten von ihren Reisen mit der Bahn und auch anderen Verkehrsmitteln, was in der Frühzeit des Fernreisens duchaus ein anstrengendes und spannendes Unterfangen war.

Wir fahren allerdings nicht heim, sondern genießen die Orgelstunde im Gewandhaus. Peter Kofler spielt Reger, Rheinberger, Saint-Saens und Liszt. Kofler läßt den Saal mit der großartigen Gewandhausorgel beben, und die Bearbeitung für Orgel eines Klavier-Stückes von Liszt sorgt für einen beeindruckenden Abschluß, wow-Effekt inklusive.

Abendessen in der Stadt, und noch ein gemütlicher Abend im Hotelzimmer, so kann man diesen Samstag so entspannt beenden wie er begonnen hat.

20200214

Wieder die gleiche Aktion wie heute vor einer Woche, aus Ebermannstadt bunt bis Bamberg, und ab da den ICE 504 nach Leipzig, wo wir gut ankommen.

Heute probieren wir mal die kleine Pizzeria im Hauptbahnhof Leipzig – schnell und schmackhaft werden wir da verköstigt, müssen wir uns merken!

Gleiches Hotel wie vor einer Woche, und zur gleichen Zeit wieder an den gleichen Ort, ins Gewandhaus zu Leipzig. Weinberg und Schostakowitsch sind angesagt, und für Weinberg als erste Violine Gidon Kremer, der auch noch eine kleine Zugabe gibt. Tolle Musiker mit einem spannenden Programm, da ist ein grandioses Konzerterlebnis ohnehin vorprogrammiert.

Dreimal umfallen bis ins Hotel, natürlich nicht ohne Hotelbar – alles wie vor einer Woche :)

20200208

Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an. Lang ausschlafen, bei Leos einkehren, ein paar Erledigungen, und für den Nachmittag haben wir Karten für eine Führung hinter die Kulissen der Leipziger Oper. Ein schöner Nachkriegs-Bau, in den öffentlichen Bereichen prächtig ausgestattet, mit schönen Lampen, wir dürfen hinter die Bühne, sehen den Eisernen Vorhang in Aktion, besuchen die eher nüchtern-sachlich ausgestatteten Garderoben, tigern tapfer durch das Gewirr von Gängen, dürfen den Kostümfundus begehen – alles sehr interessant, da kommt man halt einfach sonst nie hin.

Den Heimweg beginnen wir im ICE 693 bis Erfurt, wo wir in ICE 709 wechseln, Funktioniert alles gut, wir kommen ohne Probleme nach Nürnberg und haben auch gleich Anschluß nach Fürth.

20200207

Grüner Zug, roter Zug, und ab Bamberg weißer Zug. Zwar angesagt mit +15, weggekommen mit +8 – und in Leipzig ist er pünktlich. So muß das!

Nur die Bordgastro war hoffnungslos überfordert, für zwei Bier habe ich eine halbe Stunde gewartet. So war das auch nix mit Essen, und eine Bratwurst am Querbahnsteig in Leipzig muß als Notbehelf herhalten, vor wir zum Hotel gehen und erst mal das großzügige Zimmer beziehen.

Abends zieht es uns dann ins Gewandhaus, ein beeindruckendes Konzert mit dem Gewandhausorchester und Stücken von Sibelius, Copland und Beethoven. Faszinierend!

Das Hotel liegt gleich nebenan, so ist der Heimweg nicht erwähnenswert, und die Gelegenheit für eine kleine Einkehr in der Hotelbar günstig.

20200126

Ein kleiner Ausflug nach Bayreuth steht an. Und schon auf dem Abschnitt bis Nürnberg erspähen wir ein ungewöhnliches Fahrzeug, eine der neuen S-Bahnen, die auf der Linie S5 zum Einsatz kommen und auch die alten x-Wagen ablösen sollen. 1440030 ist die Nummer des Fahrzeugs.

In Nürnberg geht es weiter mit einem roten Zug, der uns ereignislos nach Bayreuth bringt.

Erstes Ziel ist das Kunstmuseum Bayreuth. Klein aber fein, und große Werke großer Künstler moderner Kunst hat es dort. Götz, Picasso, Kandinsky, Sonderborg, Beuys, Itten, Schumacher…Wahnsinn!

Danach zieht es uns zum Friedhof, wo Manu viele schöne Schädel für ihre website einfängt. Sehr ergiebig, haben wir so nicht erwartet. Und ergänzend dazu, alte Gräber bedeutender Personen sagen weitaus mehr über den Verstorbenen als es heute üblich ist. Auch Verdienste und Orden waren offenbar sehr wichtig.

Noch eine kurze Einkehr, und wieder über Nürnberg zurück, hat alles funktioniert, war ein netter Tag.

20200118

In Leipzig haben wir heute Nichten-Tag. Schon zum dritten Mal sind wir mit Eva im Familienkonzert. Michael Schönheit bringt auf der großen Gewandhausorgel Griegs “Peer Gynt” herrlich zum Klingen, und Malte Arkona läßt mit Magdalena Hinterdobler Peer Gynts Geschichte erleben.

Nach der gelungenen Veranstaltung sind die beiden Hauptdarsteller noch im Foyer anzutreffen und lassen sich mit den jungen Besuchern ablichten.

Vor dem Gewandhaus erglüht noch das Riesenrad im Licht von abermillionen LEDs, und auch die Spiegelung ist nett anzusehen.

20200111

Mit ICE 701 wollen wir heute nach Augsburg fahren. Gerade eingestiegen erfahren wir, daß dieser heute nicht über Augsburg, sondern über Ingolstadt nach München fährt – Bahnsuizid :( Also disponieren wir halt entsprechend um, was will man machen. Die Verabredung zum Mittagessen in Augsburg iß so jedenfalls dahin.

So fahren wir nun bis München und nehmen da den ICE 596 nach Augsburg. Dort kommen wir gut an, halten ein kleines Familientreffen in Augsburg und Neusäß ab, und zurück geht es aus Neusäß mit knappem Umstieg in Augsburg, passenderweise in den ICE 702.

Bis Nürnberg klappt alles prima, allerdings hetzen wir dem Anschlußzug in Nürnberg in letzter Minute auf ein geändertes Gleis hinterher, um da dann zu erfahren – der wird da eh erst mit +30 abfahren. Also wieder in letzter Minute nochmal auf ein anderes Gleis zur S-Bahn, was dann letztlich auch funktioniert.

20200105

Heute zieht es uns auf die Freiburger Friedhöfe. Der Hauptfriedhof war komplett unergiebig, klar, es war ein Spaziergang an der frischen Luft, aber ansonsten hätten wir uns das sparen können. Doch der Alte Friedhof, der entschädigt das locker, so viele schöne Schädel für Manus website, unglaublich. Vorwegnehmen mag ich schon mal den Bemoosten und den Gepiercten, die fand ich einfach grandios. Und das Kreuz mit der Ehe, diese Aussage bietet einen gewissen Interpretationsspielraum :)

Danach fahren wir mit der Schloßbergbahn auf den (wer hätte es gedacht) Schloßberg, wo wir den tollen Blick auf die Stadt genießen.

Wieder unten angekommen kehren wir kurz ein und gehen auf ein Päuschen zum Hotel, vor wir dann nach Baden-Baden fahren, zu einem kleinen Familientreffen in einer Osteria. ICE 70 erledigt diese Aufgabe problemlos.

Zurück geht es mit dem ICE 375. Schade, letzter Abend in Freiburg – schön war es hier!

20200104

Heute ziehen wir noch intensiv um das Münster zu Freiburg herum, wo Manu schönes Getier einfängt, das auch Einzug in ihre website findet. Dennoch schon mal zeigen mag ich den Mittelalterhumor, der zugegeben etwas derb daherkommt – doch geschissen drauf :)

Um die Mittagszeit nehmen wir dann ICE 277 bis Basel SBB. An der Elisabethenkirche vorbei, die einen in den 1960ern drohenden Abriß überstanden hat und heute als ökumenische Eventkirche dient, zieht es uns weiter Richtung Innenstadt zum Münster zu Basel. Auffallend der ziemlich ängstliche Schorsch, der den harmlosen Babydrachen nur mit einer sehr langen Lanze zu erspießen wagt. Dort treffen wir einen Bekannten, der mit uns gleich auf den Turm geht. Natürlich geben Kreuzgang und Türme wieder viel für Manus website her. Oben auf den Türmen ist man den Gargoyles ganz nah, der Blick ist famos, aber auch die Orgel mit ihren Glasfenstern präsentiert sich im Innenraum eindrucksvoll.

Noch eine kleine Besorgung in der Innenstadt, auf einen Kaffee, kurz durchs prächtige Rathaus, und wir bekommen auf dem Rückweg zum Bahnhof noch eine kurze Führung durch enge, verwinkelte Basler Gässchen, nur einmal um die Ecke vom Besucherstrom, und man ist in einer anderen Welt!

Mit dem ICE 1172 fahren wir wieder zurück nach Freiburg, heute ohne Bahnsuizid auf dieser kritischen Strecke, die uns auch 2013 bereits eine Zwangspause bescherte, so kommen wir gut wieder an und kehren noch im Brauereiausschank Ganter im Schatten des Münsters ein.

20200103

Mit ICE 1020 geht es pünktlich los bis Frankfurt. Unterwegs disponieren wir aber noch um, die erste Etappe Wiesbaden erreicht man auch prima, wenn wir noch bis Mainz im ICE sitzenbleiben.

Weiter fahren wir mit einem roten Zug bis Wiesbaden, wo wir nach kurzem Fußweg das Museum Wiesbaden erreichen.

Die neue ständige Ausstellung zum Thema Jugendstil ist prächtig, und immer, wenn man denkt, nun ist man am Ende, kommt noch ein Raum, noch eine schöne Ecke. Daher stellvertretend eine kleine Auswahl von Exponaten. Was für eine herrliche Fledermauslampe, und gleich noch eine! Dieses Mädchen ist bedeckt von einem Kraken und dient als Tintenfaß, auch Schlangenvasen gibt es zweie, und bei diesem Schrank ist das florale Dekor nur eckig angedeutet. Vanitas mit einem schön herausgearbeiteten Schädel, Möbel mit Fledermäusen und Libellen, und noch eine Insektenvase. Man kommt aus dem Schauen und Bewundern gar nicht mehr raus.

Doch es hilft nix, wir müssen weiter, fahren mit der S-Bahn wieder bis Frankfurt und nehmen da nach einer Pause in der Mitropa den ICE 371 bis Freiburg. Bis auf die nervigen Eltern mit ihren Kinden ist die Fahrt ereignislos – aber nur für Fahrgäste mit dem Ziel Freiburg. Der Zug endet nämlich wegen Bahnsuizids in Freiburg, alle müssen aussteigen, und er übernimmt die Fahrgäste für die nordgehende Gegenleistung, die auf der anderen Seite des Unglücksorts festsitzt.

Unser Hotel ist gleich gegenüber des Bahnhofs, so beziehen wir unser Zimmer und lassen den Abend mit einem Abendessen in einer Pizzeria in der Stadt ausklingen.

20200102

Heim aus Plauen starten wir fast pünktlich. Unterwegs trödeln wir allerdings noch etwas herum, so wird der zum Glück bahnsteiggleiche Anschluß knapp. Doch in Hof eingefahren stellen wir fest, unser Zug ist noch gar nicht da. Anzeigen und Ansagen sind lange unklar, dann wird etwas von verspäteter Bereitstellung erzählt. Letztlich war ein technisches Problem an der Tankstelle schuld – hilft ja nix, ohne Diesel liegenzubleiben wäre deutlich fataler. Also kommen wir ca. mit einer Viertelstunde Verspätung los und erhöhen durch weitere Trödelei unterwegs auch noch. Doch egal, für uns ist das dank der guten Anbindung Fürths ja kein Problem.

Später fahren wir nochmal los, mit U1 und U2 zum Laufer Tor. Unweit des Turmes (der ein Hochbunker mit vier Metern Wandstärke ist!) liegt der Eingang zum dreistöckigen Tiefbunker, der im Luftschutz während des 2. Weltkrieges eine bedeutende Rolle spielte. In der heutigen Führung geht es primär um die Zerstörungen aus den Luftangriffen des 2. Januar 1945 und die nachkrieglichen Aufräumarbeiten. Interessant, daß Freiwilligenaufrufe und Pflichtarbeitsdienst nicht wirklich erfolgreich waren, und erst die Beauftragung von Firmen die Arbeiten in Schwung brachte. So wurden Schmalspurbahnen (900 mm) eingesetzt, um den Schutt an den Stadtrand zur Sortierung und Wiederaufarbeitung zu bringen, vor die nicht mehr verwendbaren Reste zu Hügeln aufgeschüttet und in der Fläche ausgebreitet wurden. Auch wurden diese zur Verfüllung von Bombentrichtern und Gruben verwendet. Der feldbahnartige Aufbau der Bahnen ermöglichte es, die Gleise spontan je nach Bedarf anders zu verlegen und damit den Schutt immer möglichst dicht ans jeweilige Ziel fahren zu können.

20200101

Alles Gute für die Zwanziger!

Die Heimfahrt aus Dresden führt uns über den Zwischenstop Plauen. Der nur wenig besetzte Zug startet pünktlich in einen sonnigen Neujahrsmorgen.