Was in Edinburgh ziemlich schräg ist, das ist der Nahverkehr. Busse gibt es in rauher Menge, aber keinen Verkehrsverbund, das Ticket gilt also nur in dem Busnetz, in dessen Bus es gekauft wurde. In den Bussen keinerlei Ansagen oder Anzeigen, was der nächste Halt ist, auch die Schilder mit Haltestellennamen sind sehr dezent gehalten. Ohne Ortskenntnis nahezu unbenutzbar, nur Google maps rettet einem ein wenig den Tag, man hockt halt im Bus und start aufs Telephon, um zu sehen, wo man gerade ist, wo es sinnvoll wäre, wieder auszusteigen. Zwar wird überall das kostenlose WLAN in den Bussen angepriesen, funktioniert hat es jedoch nirgends.
Die Bahnfahrt nach Glasgow ist unspektakulär und erfolgt problemlos und nahezu pünktlich in schräg designten Dieseltriebwagen. In denen hat das WLAN gut funktioniert, allerdings wurde es auch kaum benutzt von den Mitreisenden. Absolut nervig ist das Getue mit den Bahnsteigsperren, rein nur mit Ticket vorzeigen, raus genauso – eilig darf man es da nicht haben. Und bei der Gepäckaufbewahrung in Glasgow werden vor Abgabe mit absoluter Selbstverständlichkeit die Reisetaschen durchwühlt. Sind schon etwas paranoid, die Jungs hier.
Auch in Glasgow ist es schön, wenn auch nicht so spektakulär wie Edinburgh, dazu ist der auf der Insel offenbare leichte Hang zur Verwahrlosung etwas ausgeprägter. Annähernd alle Gebäude sind irgendwo ein wenig angegammelt und am dezenten Verrotten, nie so schlimm, daß es abbruchreif wirkt, aber doch sieht das alles nach Handlungsbedarf in Sachen Renovierung aus.
Bei der Fahrt zum House of an art lover, einem herrlichen Jugendstilbau, nutzen wir die U-Bahn. Auch hier wieder das Getue mit den Bahnsteigsperren. Die U-Bahn ist ein ziemlich kurioses Gefährt, aufgrund des geringen Tunnelquerschnitts sind die Fahrzeuge innen nicht gerade geräumig. Die oft etwas wacklige Fahrweise parodieren die Verkehsbetriebe selbst in ihren Plakaten :-)
Sehr lohnend ist auch der Marsch auf den Necropolis-Hügel. Viele prächtige Grabmale an einem einmaligen Ort mit Sicht auf nahezu die ganze Stadt. Beim Blick auf das alte Krankenhaus geht die Kathedrale fast ein wenig unter, dabei ist die auch schon riesig.
Und wie es der Zufall will, ist auch jemand aus der debx-Truppe gerade auf UK-Rundreise, also treffen wir uns auf ein Bierchen und einen Schnack in einem Pub gleich neben dem Bahnhof.
Die Rückfahrt ist zunächst etwas unsicher, da es zu einigen Ausfällen und Verspätungen wegen einer Betriebsstörung kommt, doch mit nur kleiner Verspätung wird unser Zug bereitgestellt. Problemlos kommen wir nach Crianlarich, einem kleinen Kaff mitten im Nirgendwo, wo unsere nächste Übernachtung ansteht. Viel mehr als Übernachten tun wir da nicht, viel mehr ist auch nicht möglich.

