20260814

Morgens fahren wir zunächst mit dem verglasten Aufzug im Hotel in den 16. Stock. Nette Aussicht. Dann geht es raus zur Southwark Cathedral. Schöner Bau, und es gibt auch Schädels. Dazu gibt es ein tolles Cafe mit einer riesen-Auswahl an Süßem und Herzhaftem, da kehren wir natürlich ein!

So gestärkt kommen wir an der prächtigen Hopfenbörse vorbei zu dem kleinen ehemaligen Friedhof Crossbones. Leider ist der geschlossen, doch als wir frustriert abrücken wollen kommt Jennifer dahergeradelt, eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen, und sie sperrt für uns auf und nimmt uns mit rein. Eine wilde, urige Anlage, viele Schädel, und eine faszinierende Story, als der Gnadenfriedhof für „alleinstehende Frauen“ des Mittelalters, wie Prosituierte. Die Ecke sollte überbaut werden, konnte aber doch gerettet und erhalten werden und ist nun in der Hand Ehrenamtlicher, die da gärtnern und die Anlage erhalten.

Nun naht aber die Abreise. Noch auf ein Bier in der Signal Box, das Gepäck im Hotel auslösen, und ab nach St Pancras. Unser Zug verspätet sich jedoch, eskalierend bis auf eine gute halbe Stunde. Nun ja, der Wagen ist schön klimatisiert, so kommen wir also gut nach Sheffield. Aber auch hier ist der Bahnbetrieb Problemen unterworfen, in einem Wagen ist Sauna angesagt, eine Toilette ist defekt, der ganz normale Bahnsinn.

Das Hotel ist unweit vom Bahnhof, die Bar ist schön, das Essen auch lecker, so gehen wir heute nicht mehr aus dem Haus und beschließen den Abend hier.

20260813

Unser erstes Ziel ist heute die Westminster Abbey. Wir haben da ein Zeitfensterticket zum erstmöglichen Termin morgens, dennoch ist der Andrang ganz ordentlich. Nun ja, verläuft sich in dem riesigen Bau letztlich schon ein wenig. Highlight ist klar dieses Skelett, und irgendwie haben die Knochen und Schädel gerne mal so ein mystisches Leuchten, wenn wir vor Ort sind, wie das nur kommt?! Spannend auch dieser SM-Igel! Echte Gaslaternen hat es hier auch noch, unglaublich. Beeindruckend auch diese Arbeit, eine Darstellung rauher See mit aller Unbill. Natürlich hat Manu etliche Fänge getätigt.

Nun haben wir uns aber wieder eine Einkehr verdient, gleicher Pub wie gestern. Danach raus zum Naturhistorischen Museum, dort interessiert nur die Außenfassade mit ihren, genau, Gargoyles. Aber auch die Saurierskelette sind schön.

Weiter geht es zum London Tower. Erstmal eine Einkehr, noch spontan eine Kirche direkt gegenüber des Pubs, und am Drachen und Tower vorbei geht es zur Tower Bridge. In Betrieb seit 1894, und immer noch regelmäßig am Aufklappen, um besonders hohen Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. In den oberen Brücken mit Wartungsgängen läßt sich das Bauwerk queren und erkunden. Als Attraktion wurden Glasböden eingesetzt, und Spiegel darüber.

Von da oben hat man eine tolle Sicht auf ein Kriegsschiff, auf den Tower und auf die Skyline. Wieder unten geht es noch in die Technikräume, wo die Funktionsweise erklärt wird und die alten Dampfmaschinen noch erhalten sind. Heute funktioniert der Antrieb elektrisch.

Abendessen bekommen wir in einer guten Pizzeria gleich um die Ecke vom Hotel, so ist der Weg über die Bar ins Bett nicht weit.

20260812

Fies früh am Morgen müssen wir heute raus. Mit der U1 geht es nach Nürnberg, und von dort bringt uns ICE 822 pünktlich weg. Das halten wir bis Frankfurt durch, so ist der Umstieg zu ICE 316 kein Problem, auch wird dieser frühzeitig bereitgestellt. Los geht es ebenfalls pünktlich.

In Aachen haben wir bissl +, holen das aber bis kurz vor Brüssel beinahe wieder auf – um dann vor der Einfahrt minutenlang herumzustehen. Aber kein Problem, der Umstieg in Eurostar 9135 ist großzügig genug bemessen.

Das nervige Sicherheits- und Grenz-Prozedere läuft heute ohne Wartezeit und Diskussionen. Ticket an den Scanner halten, Gepäck und persönliche Habe durchs Röntgen, durch den Detektor gehen, Paß zum Verlassen der EU scannen, Paß zum Betreten des UK scannen, keine zehn Minuten, und wir sind durch.

EUR 9135 startet pünktlich gen Westen. Erstaunlicherweise ist heute relativ wenig los im Zug. Egal, läuft jedenfalls!

Die Fahrt ist ruhig und verläuft ohne Probleme; pünktlich kommen wir in London an und steigen aus dem eiskalten Zug in sommerliche 30 Grad aus, bääh. Das Hotel ist nur drei Ecken vom Bahnhof entfernt, das Zimmer ist schon bereit, die Klimaanlage läuft auch – prima, so können wir uns gleich häuslich einrichten, vor wir die erste Tour in die Stadt unternehmen.

Mit der U-Bahn fahren wir nach Westminster. Das U-Bahn-System ist ähnlich wie in Paris, bescheuerte Zugangssperren, und bei Umstiegen lange und wirre Gänge, in denen man sich verlaufen kann, allerdings alles ordentlich beschildert und bei aufmerksamem Hinsehen immer zielführend. Allerdings gibt es Linien mit klimatisierten Zügen, und Linien mit Sauna-Zügen :(

Der Big Ben ist natürlich das Erste, was man sieht, der Westminster Palace in seiner Ausdehnung ist ein beeindruckender Bau. Eine Erfrischung ist aber bei der Hitze nötig, und die Gastro ist hierzulande oftmals klimatisiert, so verbringen wir nach Manus Gargoyle-Jagd eine entspannte Stunde im The Two Chairmen.

Abendessen nehmen wir im Pub The Signal Box im Bahnhof Euston. Da sind wir bei unseren bisherigen Durchreisen durch London auch schon eingekehrt, das hat sich bewährt, und der Weg ins Bett ist nicht mehr weit.

20250807

Heute starten wir bereits früh in Brüssel, um den Eurostar 9113 zu erreichen. Auch 100m unter dem Meer sind Quietscheenten im Klo nicht gern gesehen! Pünktlich geht das los, und pünktlich kommen wir auch in London St. Pancras an. Dort noch eine Gedenktafel zur Einführung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf der Insel – in 2007!

Ein paar hundert Meter Fußweg, noch ein Bierchen im Pub „Signal Box“ in der Euston Station, und weiter geht es mit einem Zug gen Glasgow. Enge Alstom-Karre, kaum Platz fürs Gepäck, aber irgendwie gehts schon, und wir fahren pünktlich los gen Norden.

Die Fahrt zieht sich, viel Gegend, viele Schafe und Kühe, doch das alles funktioniert bestens, pünktlich kommen wir in Glasgow an und laufen zum Hotel.

Bus-Tickets haben wir online bekommen, wobei ich zu den Tücken des ÖPV und speziell des Busverkehrs am Ende der Reise nochmal ein Fazit ziehen werde. Die werden dabei wohl nur so bedingt gut wegkommen :)

So beginnen wir den Aufenthalt mit ersten Ausflügen in der Stadt. Wir fahren mit dem Bus raus ans Ufer des Kelvin, spazieren dort ein wenig durchs Grün, überqueren das Wasser und gehen durch den botanischen Garten. Die Häuser haben leider schon geschlossen, und Heerscharen von Hörnchen haben die Macht übernommen.

Auf dem Weg vom Garten zu einem schönen Lokal entdecken wir noch eine Kirche – vorgemerkt für eine Photo-Runde! Doch zunächst lassen wir uns das Essen schmecken, das besser ist als sein Ruf.

Vor wir zurück zum Hotel fahren erledigen wir noch die Runde um die Kirche, damit Manu Futter für ihren Blog hat. So endet der erste Tag erfolgreich.