20260815

Heute erkunden wir ein wenig Sheffield. Gleich beim Hotel ist die Millennium Gallery, mit einigen kleinen, aber feinen Ausstellungen. So ist Sheffield eine Stadt der Metallbearbeitung und weithin berühmt für Besteck. Passend dazu gibt es hier eine tolle Ausstellung. Nur ein paar Beispiele, ein Tee-Set, tierisches Besteck, eine Installation mit einem Bowle-Pott, umgeben von kleinen Panzersperren, ein eleganter Flachmann in Buch-Form, und schöne Trinkgefäße. In einer anderen Sammlung noch der Industrie- und Bahnbezug. Direkt daneben ist der Sheffield Winter Garden, quasi ein Gewächshaus, schön bepflanzt, und mit Gastro. Einfach ein schöner Platz zum sich Aufhalten ohne Komsumzwang, und nicht komplett durchkommerzialisiert. Sowas sollte es öfters in Städten haben!

Danach spazieren wir ein wenig durch die Innenstadt, noch spontan eine Kirche am Wegesrand, vor wir uns der Kathedrale widmen. Der altehrwürdige Bau hat eine moderne Erweiterung mit schönem Lichtspiel in der Decke. Schädels und Gargoyles finden wir auch, mehr dazu bei Manu! Und direkt daneben noch ein weiterer schöner Bau, Parade Chambers.

Nun erstmal eine Bierpause im The Old Shoe. Faszinierend die Zahl der Biere vom Faß, die Wand mit Zapfhähnen ist krass. Eher ein moderner, schlichter Pub, nicht klassisch, aber definitiv auch mit Charme. Und bei unserem Hrumschlendern in der Stadt macht Manu noch ein paar spontane Fänge, so am Rande.

Nun aber ab in die Straßenbahn, die bringt uns raus zum Kelham Island Museum, einem schönen Industriemuseum. Auf dem Weg von der Haltestelle zum Museum noch dieses interessante Haus aus See-Containern gebaut. Alles rund um die Stahlherstellung, vor dem Eingang gleich die Bessemerbirne, welche die Stahlherstellung wohl revolutionierte. Bahntechnik wurde hier produziert, Medizinprodukte, ein Gasmotor in Bewegung ist ausgestellt, eine per Transmission angetriebene Werkstatt in Aktion, und auch Wehrtechnik ist zu sehen. Die Granate in Hochglanz ist wohl ein Demonstrationsobjekt, und diese Bombe ist hoffentlich auch leer. Leider schließt das Museum schon um 16 Uhr, nicht um 17 Uhr wie im Reiseführer beschrieben, also müssen wir vorzeitig abbrechen. Eventuell kommen wir aber in einer Woche wieder.

Den Abend beschließen wir wieder im Hotel, nicht zuletzt, um die blogs zu befüllen.

20260814

Morgens fahren wir zunächst mit dem verglasten Aufzug im Hotel in den 16. Stock. Nette Aussicht. Dann geht es raus zur Southwark Cathedral. Schöner Bau, und es gibt auch Schädels. Dazu gibt es ein tolles Cafe mit einer riesen-Auswahl an Süßem und Herzhaftem, da kehren wir natürlich ein!

So gestärkt kommen wir an der prächtigen Hopfenbörse vorbei zu dem kleinen ehemaligen Friedhof Crossbones. Leider ist der geschlossen, doch als wir frustriert abrücken wollen kommt Jennifer dahergeradelt, eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen, und sie sperrt für uns auf und nimmt uns mit rein. Eine wilde, urige Anlage, viele Schädel, und eine faszinierende Story, als der Gnadenfriedhof für „alleinstehende Frauen“ des Mittelalters, wie Prosituierte. Die Ecke sollte überbaut werden, konnte aber doch gerettet und erhalten werden und ist nun in der Hand Ehrenamtlicher, die da gärtnern und die Anlage erhalten.

Nun naht aber die Abreise. Noch auf ein Bier in der Signal Box, das Gepäck im Hotel auslösen, und ab nach St Pancras. Unser Zug verspätet sich jedoch, eskalierend bis auf eine gute halbe Stunde. Nun ja, der Wagen ist schön klimatisiert, so kommen wir also gut nach Sheffield. Aber auch hier ist der Bahnbetrieb Problemen unterworfen, in einem Wagen ist Sauna angesagt, eine Toilette ist defekt, der ganz normale Bahnsinn.

Das Hotel ist unweit vom Bahnhof, die Bar ist schön, das Essen auch lecker, so gehen wir heute nicht mehr aus dem Haus und beschließen den Abend hier.