20090130

(28) Heute stehen wir in Bamberg und warten auf den RE aus Würzburg zur Weiterfahrt nach Bayreuth bzw. Hof. Hinterer Zugteil Hof, vorne Bayreuth. Was kommt ist ein 612er aus drei Teilen, beschriftet mit Bayreuth / Hof / Hof. Also entern wir das mittlere Fahrzeug, finden einen schönen Platz, machen es uns gemütlich. Dann irgendwann ein Blick auf das Display über dem Durchgang, „Bayreuth“. Ja, wie?! Beide sind wir uns sicher, daß der Zug außen mit Hof beschriftet war. Als der Zub kommt vergewissern wir uns, daß wir falsch sind – ja, der Kollege habe das zuerst falsch eingestellt gehabt. Na, super :( In Neuenmarkt-Wirsberg dann steigen wir in den hinteren Zugteil um, zum Glück gab es auch noch brauchbare Sitzplätze. Fazit, zwei fast leere Einheiten fahren nach Bayreuth, ein etwas besser gefüllter einzelner 612er fährt nach Hof.

20090129

Da sagt einem die Bahn via Medien, man solle im Internet nachsehen, wie sich der Streik auswirkt. Also vor dem Abmarsch das ausdrücklich empfohlene RIS aufgerufen, alles im grünen Bereich, der Zug steht als pünktlich drin. Am Bahnhof angekommen dann nach wenigen Minuten die Ansage, der Zug sei streikbedingt unbestimmt verspätet, „bitte begeben Sie sich in die Bahnhofshalle“. Höh?! Die Anzeigetafel springt dann auch schon mal vorsichtshalber auf +25 um, und es folgt eine Ansage, die etwas von 45 Minuten erzählt. Nach kurzer Ratlosigkeit beschließen wir, wieder heimzulaufen und das Auto zu nehmen.

Danke, liebe Bahn, daß die Informationen so zuverlässig und zeitnah fließen.

Danke, liebe Gewerkschaften, daß ihr den Arbeitskampf auf dem Rücken eurer arbeitenden Genossen (jaja, ich weiß) austragt, die deswegen zu spät kommen, womöglich Ärger in der Arbeitsstelle bekommen oder finanzielle Einbußen haben.

Danke, daß wir ein paar Liter Sprit für die Katz‘ als Ruß, NOx, CO2 und sonstwas durchgeblasen haben (obschon wir einen Fahrschein besitzen), und dafür, daß ich keine Gelegenheit hatte, die mitgenommene Zeitschrift zu lesen.

20090106

(28) Die Heimfahrt heute vormittag mit dem RE verlief ruhig und angenehm (die Verspätung wegen abgeschalteter Neigetechnik war für uns unkritisch) – und unterhaltsam. Schon in Hof ist ein mitfahrender uniformierter Polizeibeamter aufgefallen, der angestrengt aus dem Fenster sah, als wollte er jemanden erspähen. Ich hatte nicht weiter darauf geachtet, bis mir dann während der Weiterfahrt zwei Männer recht schnell als Zivilbeamte auffielen, die auf Höhe des Uniformierten im Wagen standen und eine Person zu kontrollieren begannen. Dann konnte man eine mehr oder weniger fachgerechte vorläufige Festnahme beobachten, einer sichert, einer durchsucht den zu Verhaftenden, mögliche Waffen müssen herausgegeben werden, was ein Taschenmesser an’s Licht bringt, dann darf sich der so Gefilzte setzen, während einer der Beamten neben ihm stehenbleibt und mehrmals telephoniert. In Marktredwitz verlassen dann die drei den Zug. Offenbar war der Typ irgendwie auffällig geworden, worauf der Uniformierte Verstärkung geholt hatte, und der wie auch immer geartete Verdacht hatte sich verstärkt…

20090105

(37) Heute mit dem IRE ab Nürnberg um 08.42 Uhr gen Plauen konnten wir die herrliche Winterlandschaft geniessen, und der Zug war auch nicht allzu voll. Eine ruhige, angenehme Fahrt, wenn auch mit +20 in Plauen. Schuld daran einmal die verspätete Ankunft des Zuges aus vorheriger Fahrt in Nürnberg (Abfahrt +12, was bis Bayreuth auch so blieb), und dann noch die Bummelei hinter einer Regionalbahn, die nicht überholt werden konnte oder wollte. Für uns aber blieb die Verspätung ohne nachteilige Folgen, da Plauen ohnehin das Endziel der Fahrt war.

20090102

Da denken wir uns, vormittags auf einen Kaffee in die neue Leipziger DB-Lounge (man erinnere sich, bisher gab es da nur einen drögen Container am Querbahnsteig), aber wir stehen vor verschlossener Türe. Geöffnet angeblich ab 9 Uhr (so spät erst?), doch um zwanzig vor zehn keine Menschenseele da. Schwache Leistung! Die Dame von der Gepäckaufbewahrung meint, sie wüßte auch nicht, was da los sei, sie habe schon beim Servicebüro angerufen. Nun denn, auch anderswo gibt es Kaffee, was soll’s.

Der Spaziergang durch Plagwitz offenbart viele ehemalige Industriebetriebe, teils am Verrotten, sonst durchweg in neuer Nutzung. Herrliche Bauten gibt es da zu bewundern, und man kann auch sehen, was passiert, wenn Gleisbauer übermütig werden bzw. Material übrig haben – _das_ nenne ich mal Gleisbau!

Später dann fahren wir zum Abendessen in den Bayerischen Bahnhof und genießen unser Bier da in vollen Zügen. Eine sehr schöne Gaststätte, gutes Essen, reichliche Portionen, bezahlbare Preise, und dazu ein klein wenig Eisenbahnflair.

20090101

(168) Die Fahrt von Leipzig nach Berlin mit dem ICE verläuft angenehm, aber die Aussicht ist eher deprimierend. Menschenleeres Flachland (die einzigen Erhebungen sind künstlich, Straßen- und Bahndämme) in schneeloser und frostiger Winter-Tristesse wechselt sich mit Bauruinen ab; man meint, man sitzt in einem Raumschiff und peest durch eine entvölkerte Landschaft in einer fernen Welt nach einem Atomkrieg oder einer anderen Katastrophe :-) Sehr surreal!

In Berlin ist unser Ziel das Pergamon-Museum; also mit der S-Bahn bis Friedrichstraße, und die restlichen paar m zu Fuß. Eigentlich hätten uns schon die vielen Fußgänger in der gleichen Richtung stutzig machen sollen – und schon sehen wir die Schlange vor dem Museum, die bis auf den Fußweg hinaus reicht, sich nur sehr langsam bewegt, Tendenz „wird länger“ :-( Nix wie weg – warum liegen die am 1.1. nicht alle mit matschiger Birne daheim auf dem Sofa?? Also war der Ausflug für die Katz‘, wir trinken einen Kaffee in der DB-Lounge, schlendern bissl durch den Hbf und fahren schleunigst wieder mit dem nächsten ICE zurück nach Leipzig. Nicht auszudenken, hätten wir teuer Geld für diese Fahrt bezahlt – wir hätten uns schwarzgeärgert…aber so sind wir zum Glück nur „schwarzgefahren“.