20220514

Das Wetter paßt, Zeit haben wir, also geht es heute in die Berge. ICE 827 bis München, roter Zug bis Pasing, und dort in den Regionalzug nach Kochel. Von da weiter mit dem Bus an den Walchensee, und mit der Seilbahn rauf zum Herzogstandhaus. Noch ist da alle im Nebel, also beginnen wir die Tour mit einer Stärkung und der Hoffnung auf bessere Sicht. Der Plan ist es, den Grat rüber zum Heimgarten zu erwandern. Doch zunächst müssen wir den Serpentinenweg zum Gipfel hoch.

Auch das zieht sich, die Flora ist beeindruckend, Enzian gibt es, und bis wir oben sind bessert sich die Sicht so langsam. Der Ausblick ist grandios, und nach einigen Informationen zum früheren Senderstandort steigen wir in den Grat.

So zur Vorgeschichte, diese Tour war meine erste richtige Bergwanderung während meines Wehrdienstes, damals natürlich ohne Seilbahn, sondern alles zu Fuß. Wir haben damals auch die Wanderung im Nebel begonnen, sind über den Grat rüber zum Heimgarten, dort Einkehr auf der Hütte, und bei mittlerweile aufgeklartem Wetter zurück über den Grat. Eigentlich. Einige der Kameraden, die bei Nebel problemlos da rübermarschiert sind, hatten bei klarer Sicht viele hundert Meter links und rechts runter ins Tal plötzlich Probleme mit der Höhe, und es bedurfte der richtigen Mischung aus Ermutigung, klarer Ansage und Befehl, diese Jungs dazu zu bewegen, auch den Rückweg zu beschreiten. Doch auch dies wurde gemeistert, und sogar die Angsthasen haben es letztich geschafft, und abends beim gemeinsamen Bierchen waren die Ängste schnell wieder vergessen und mit jedem Bier die Rückblicke noch mehr ausgeschmückt :)

Drei Jahrzehnte später hatte ich deutlich bessere Begleitung, welche wie die geborene Bergziege entlang der Seile turnte und ohne die geringsten Ängste auch die heikleren Stellen wie dieses Stück abgebröckelten Weges über den Abgrund bezwang. Wer da runterfällt hat keine Probleme mehr, die Stelle ist schon spannend!

Ganz bis zum Heimgarten rüber sind wir nicht, da der Gipfel einfach den Nebel nicht losgeworden ist und die Hütte noch nicht geöffnet hatte. Auch ist ja unsere An- und Abreise eher langwieriger, eine Einkehr muß noch sein, also beschließen wir auf gut halbem Weg den Abbruch und kehren wieder um.

Bier im Herzogstandhaus, die Seilbahn bringt uns runter, der Bus zurück nach Kochel, Regionalzug nach München, und ICE 524 als Schnell-S-Bahn in die Heimat.

Ein toller Tag, den beginnenden Muskelkater allemal wert – was für eine geniale Tour!!! So beschließen wir den Tag trotz der Mattigkeit noch mit einem Abendessen am Frühlingsfest in Fürth.

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