20260825

Mit ICE 781 soll es heute bis München gehen. Das funktioniert prima, es gibt Frühstück, alles bestens. Unser Anschluß ICE 918 wird problemlos erreicht und startet pünktlich gen Augsburg, und beinahe pünktlich kommen wir dort an.

Ziel der Mission heute ist die Aufklärung eines Rätsels zu einem Gemälde. Es zeigt das kleine schwäbische Städtchen Ichenhausen, in einer Perspektive, aus welcher es sonst keinerlei Abbildungen aus dieser Zeit gibt.

Das Bild war über Jahrzehnte oder sogar länger im Besitz unserer Familie, und mangels persönlichem Bezug haben wir uns entschlossen, es der Stadt Ichenhausen zu übergeben – da kommt es her, da gehört es hin, und wir dachten uns, das ist sicher ein interessantes Artefakt zur Stadtgeschichte.

In den 1980er Jahren hat mal ein Bekannter meines Vaters, welcher mit dem Schulmuseum Ichenhausen verbandelt war, das Bild bei einem Besuch bei uns zuhause zufällig gesehen und auch Photos davon angefertigt, doch mein Vater wollte es damals trotz eindringlicher Nachfragen nicht abgeben. Diese Photos haben allerdings irgendwie die Zeit überdauert, und so ist sogar eine Aufnahme auf den Umschlag der Stadtchronik aus dem Jahr 2007 gelangt.

Jedenfalls hat die Stadtarchivarin schon nach meiner ersten Nachricht gemeint, sie habe da so eine Ahnung – das Bild war offenbar nie in Vergessenheit geraten und ein seit Jahrzehnten ungelöstes Rätsel der Stadtgeschichte, wer hat es, wo ist es, existiert es noch? Sie hat gleich die Vermutung gehabt, es könnte sich um das Gemälde von der Stadtchronik handeln. Treffer!

Nun, dies ist nun also geklärt, müssen wir nur noch einen Zeitpunkt zur Übergabe finden. Dieser bietet sich in der Auslaufzeit unseres Jahresurlaubs an, so also die heutige Tour.

In Augsburg übernehmen wir ein Flinkster-Auto, und der erste Weg führt uns nach Neusäß, wo aktuell das Gemälde gelagert ist. Auf ein Käffchen, auf ein Schwätzchen, und bald geht es mit dem Kunstwerk auf dem Rücksitz weiter nach Ichenhausen. Kein Stau, kein Chaos, so kommen wir zur prognostizierten Zeit an.

Die Stadtarchivarin übernimmt das Gemälde, wir unterhalten uns noch ein wenig, was das Bild so alles erlebt hat bei uns, bekommen ein Exemplar besagter Stadtchronik überreicht, gehen noch die wenigen Schritte durch den Nieselregen vor das Haus, in dem ich in den Siebzigerjahren das Gemälde erstmalig bei einer Großtante gesehen habe, und schon fahren wir wieder los, um das Auto abzugeben.

Nach einer kleinen Rundfahrt durch Ichenhausen und Günzburg stellen wir das Autochen wieder in Augsburg ab, erwischen bequem den verspäteten ICE 565 nach München, und dort geht es weiter mit ICE 620 gen Nürnberg. Auf dem Teilabschnitt bis Ingolstadt viel Trödelei, pünktlich sind wir nicht, aber egal, das Abendessen im Milano wartet ja auf uns :)

Übrigens soll das Bild so aufgehängt werden, daß es die Bevölkerung auch sehen kann, Rathaus, Sitzungssaal, so in der Art, das alles ist noch nicht entschieden. Ich bin gespannt.

20190620

Die Fahrt nach Friedrichhafen auf Umwegen führt uns zunächst mit ICE 781 auf eine Kaffeelänge bis Ingolstadt, wo wir in ein Bähnle nach Augsburg umsteigen.

Eriegnislos kommen wir bis Augsburg, und ebenso ereignislos fahren wir durchs Allgäu bis Lindau. Während dieser Fahrt werde ich so nebenbei ÖBB-Kunde und kaufe online die Anschlußfahrscheine bis Wolfurt, welche (wie sich später herausstellt) eh keiner sehen will.

Auch in Lindau funktioniert der Umstieg in den RE nach Bregenz, wo wir letztlich den Bus nach Wolfurt erreichen.

Nach einem netten Nachmittag bei Freunden mit Gin auf der Terrasse bringt uns der Bus wieder nach Bregenz. Durch die Menschenmassen am Hafen schnurstracks zum Anleger 5, an dem auch gleich das Schiff nach Friedrichshafen einläuft.

So genießen wir den Blick auf Berge und Meer, ähm, See, und fahren ganz entspannt gen Zielort.

Auch in Friedrichshafen kommen wir pünktlich an, erwischen direkt den Bus zum Hotel – was will man mehr? Die krude Reisekette hat tatsächlich komplett und durchgängig funktioniert, ohne Überraschungen, ohne Streß.

20170107

(260) Trotz der frostigen Temperaturen bringt uns ICE 781 brav nach München. Dort wollen wir in die RB nach Kochel umsteigen. Diese zu finden ist nicht so einfach, im RIS steht „Gleis 27-36“, an den betreffenden Gleisen angekommen steht allerdings nirgends Kochel angeschrieben, am Aushangfahrplan steht Gleis 31 eingetragen, die Anzeige am Gleis wiederum weiß nix von diesem Zug. Ein dort einfahrender Zug hat letztlich Erbarmen und schreibt „Kochel“ ins Display. Wird also schon passen :) Offenbar ist die spätere Flügelung des Zuges verantwortlich für dieses Informationschaos, nur eines der beiden Ziele wird prominent beworben :(

Die Fahrt im wenig belegten Zug geht ereignislos durch schöne Winterlandschaften. Die Züge der Werdenfelsbahn zeiogen lustigerweise auch die Außentemperatur an, sowas habe ich sonst noch nie gesehen, eigentlich ganz praktisch. Knackige -11 Grad!

Das Franz-Marc-Museum in Kochel ist ein schönes Haus mit schönen Werken, aber photographieren darf man sie leider nicht. Bleibt als dokumentierbarer Hinweis auf das Schaffen des Künstlers nur das Blaue Pferd am Bahnhof, das gleich auch noch den Bahnbezug mit im Hintergrund hat.

Zurück bringen uns wieder die Werdenfelsbahn und der ICE 1504, die Bahn kann’s eben doch im Winter.