{"id":11934,"date":"2019-10-23T22:34:00","date_gmt":"2019-10-23T20:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/?p=11934"},"modified":"2019-10-28T09:55:36","modified_gmt":"2019-10-28T08:55:36","slug":"20191023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/20191023\/","title":{"rendered":"20191023"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute fahre ich morgens mit dem ICE 1008 nach Berlin. Ein Mitfahrer hockt schon seit M\u00fcnchen drin, so kann ich mich zu ihm setzen, und mit Begleitung vergeht die Zeit eh wie im Fluge. Die kleine Versp\u00e4tung bei Abfahrt durch eine polizeiliche Ermittlung holen wir komplett auf, so kommen wir \u00fcberp\u00fcnktlich in Berlin an, ganz unten im Keller. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich, wie sollte es anders sein, unser Anschlu\u00df f\u00e4hrt ganz oben unter&#8217;m Dach, aber die Zeit reicht, so kommen wir zu unserem Zubringer zu einer Veranstaltung, &#8222;Mobilit\u00e4t erleben 2019&#8220;, der Produktkonferenz der Deutschen Bahn. Ich war ja schon mal zu so einer <a href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/20150923\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Veranstaltung (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Veranstaltung<\/a>, damals hat uns ein piekfein herausgeputzter ICE bef\u00f6rdert, doch dieses Mal reicht der Etat nur f\u00fcr eine museale alte <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"M\u00f6hre (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_DBME19_Sonderzug.jpg\" target=\"_blank\">M\u00f6hre<\/a> :) Macht nix, f\u00fcr die zehn Minuten Fahrt ist es egal. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Fahrt ins DB-Werk Grunewald ist kurz, wir fahren direkt vor die Halle, und schon am Eingang zur Halle wird uns gezeigt, wer hier das <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Sagen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_Schneeschleuder.jpg\" target=\"_blank\">Sagen<\/a> hat. In Grunewald wird Arbeitsger\u00e4t gewartet, dementsprechend stehen hier besondere Fahrzeuge rum, wie <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"711 117 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_711117.jpg\" target=\"_blank\">711 117<\/a>, der auch von <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"unten (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_711117_unten.jpg\" target=\"_blank\">unten<\/a> eine gute Figur macht, oder <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"741 233 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_741233.jpg\" target=\"_blank\">741 233<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich als funktechnisch Interessierten ist auch noch der <a href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/DB_IC-WLAN.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Einblick (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Einblick<\/a> in einen alten IC-Wagen spannend, an welchem demonstriert wird, wie die <a href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/DB_WLAN.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"WLAN-Technik (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">WLAN-Technik<\/a> in den Z\u00fcgen aussieht. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber prim\u00e4r dreht es sich nat\u00fcrlich um den Konzern DB, den Ausblick in die Zukunft, und auch, wo das Unternehmen gerade steht. Etliche <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Bahner (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_Bahner.jpg\" target=\"_blank\">Bahner<\/a>, vom Azubi bis zum Chef, stehen uns daf\u00fcr Rede und Antwort, durchaus offen und unverbl\u00fcmt. Nat\u00fcrlich werde ich nun von vielen Bahnern und auch Externen h\u00f6ren, das ist ja nur eine Sch\u00f6nwetterveranstaltung, die blasen euch Regenbogenzucker vom Einhorn rein, die Wirklichkeit sieht komplett anders aus. Sicher stimmt das in gewissem Ma\u00dfe, aber die Kunst besteht darin, das Negative zu erkennen, zu verbessern suchen und auch die Zukunft positv zu sehen. Nur mit einer positiven Grundeinstellung kann man was bewegen. Diese Bewegung sehe ich auch, sicher nicht mit der Wendigkeit einer Sportyacht, sondern eher mit der beharrlichen Vehemenz eines Supertankers &#8211; was ja kein Fehler sein mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wurde ich gebeten, einen Bericht von der Veranstaltung abzugeben, zu meinen Eindr\u00fccken, zu meiner Meinung &#8211; ich habe mich entschlossen, dies hier \u00f6ffentlich zu tun und nur den Link weiterzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>#dbme19 war f\u00fcr mich eine gelungene positive Veranstaltung, die f\u00fcr die Ziele der Bahn warb und dabei auch zwischen den Zeilen die Probleme der Bahn erahnen lie\u00df. Es wurden etliche spannende Projekte vorgestellt, auch welche, die man so oder so \u00e4hnlich schon erlebte, und die wieder in der Versenkung verschwanden, aber so wird auch klar, da\u00df dieser Laden experimentiert, viele Wege geht und Sackgassen auch wieder verl\u00e4\u00dft. Die teils alte und beh\u00e4bige Bahntechnologie wird an moderne Systeme dranget\u00fcddelt, man sieht die Hinwendung zu Bed\u00fcrfnissen des Fahrgastes, merkt dabei aber auch, da\u00df nat\u00fcrlich ein Massenverkehrsmittel prim\u00e4r auf den Durchschnitt der Bev\u00f6lkerung abzielt und nicht jede Extrawurst perfekt abzubilden vermag. Sehr wichtig finde ich die Investitionen in Zugmaterial und Streckenerhalt und -ausbau, die durchaus seitens der Politik endlich hochgefahren wurden und auch n\u00f6tig sind. Die Ziele der Bahn, das Fahrgastaufkommen im Fernverkehr zu verdoppeln, sind ambitioniert, aber auch absolut der richtige Weg. Ein wichtiger Teil der Strategie ist dabei die angedachte Einf\u00fchrung des st\u00fcndlichen Deutschlandtakts, mit der Erweiterung an ca. 30 gro\u00dfen Bahnh\u00f6fen auf einen Halbstundentakt. Sozusagen eine gro\u00dfe, wei\u00dfe S-Bahn mit rotem (bzw. gr\u00fcnem)  Streifen und mitgef\u00fchrter Kneipe :) <\/p>\n\n\n\n<p>Der Rahmen des Events war dabei f\u00fcr mich immer bodenst\u00e4ndig, jedoch organisiert und einfach rundum rund. Die Verk\u00f6stigung in Form der Lieblingsspeisen der f\u00fcnfzehn Bahner war prima, dabei nicht abgehoben, die Umgebung einer sicher hundert Jahre alten Werkhalle, die nach schwerer Arbeit aussah und roch und vom letzten Krieg in Deutschland <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"zeugte (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_WK2.jpg\" target=\"_blank\">zeugte<\/a>, war der Stimmung sehr angemessen, und die Pr\u00e4sentation der Projekte entlang Schienen und Arbeitsb\u00fchnen stimmig.<\/p>\n\n\n\n<p> Ich hatte etliche nette Unterhaltungen gerade auch mit den &#8222;ganz normalen Bahnern&#8220;, die entlang eines Gleises Rede und Antwort standen, und die ganz sicher nicht nach besonders konformem Verhalten ausgesucht wirkten. Auch kritische T\u00f6ne waren zu h\u00f6ren, und Diskussionen zu Problemen ging keiner aus dem Weg. Teils konnten so auf dem kurzen Dienstwege Probleme mit dem einen Mitarbeiter er\u00f6rtert und im Nachgang gleich zum ebenfalls anwesenden Zust\u00e4ndigen weitergegeben werden. Man w\u00fcrde sich w\u00fcnschen, auch im Alltag w\u00e4ren die Wege im Konzern immer so kurz!<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders erw\u00e4hnen m\u00f6chte ich Berthold Huber, der ein begnadeter Redner ist und im freien Vortrag ohne Notizen einen herrlichen Bogen von Erich K\u00e4stners &#8222;Emil und die Detektive&#8220; (bekanntlich f\u00e4hrt Emil darin mit der Bahn nach Berlin und erlebt seltsame Dinge) zur den heutigen M\u00f6glichkeiten und Herausforderungen der Mobilit\u00e4t spannt. Wenngleich sicherlich inhaltlich kein wirklich relevanter Beitrag, so f\u00fcr mich doch als Abschlu\u00df das highlight von #dbme19 &#8211; ich habe diesen Redebeitrag genossen wie keinen anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich mu\u00df die Bahn noch zumindest ein Klischee erf\u00fcllen und wenigstens einmal heute zu sp\u00e4t sein. Die Redner haben ein wenig \u00fcberzogen, weshalb auch unser Sonderzug erst sp\u00e4ter loskommt und wir somit den angedachten Anschlu\u00df in die Heimat knapp verpassen. So haben wir mehr als eine Stunde Leerlauf, den wir auch nicht in der DB Lounge verbringen k\u00f6nnen, da diese schlichtweg \u00fcberf\u00fcllt ist. Also suchen wir die Fre\u00dfmeile auf, trinken da ein Bierchen, und unsere Kundenbeirats-Kontaktfrau der DB st\u00f6\u00dft \u00fcberraschend auch noch dazu, so k\u00f6nnen wir die Zeit kurzweilig verbringen, bis der n\u00e4chste Zug f\u00e4hrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Der ICE 1009 kommt im Gewand des &#8222;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Kleinen ICE (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/dk5ras.dyndns.org\/www\/bc\/wp-content\/uploads\/B_Der_kleine_ICE.jpg\" target=\"_blank\">Kleinen ICE<\/a>&#8220; daher, wir bekommen gut Platz, und bis auf ein paar Minuten Versp\u00e4tung und ein fast leergefuttertes Bordrestaurant ist die Fahrt entspannt und problemlos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute fahre ich morgens mit dem ICE 1008 nach Berlin. Ein Mitfahrer hockt schon seit M\u00fcnchen drin, so kann ich mich zu ihm setzen, und mit Begleitung vergeht die Zeit eh wie im Fluge. 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